Der Himmelpfortenrundweg des SGV Neheim ist ein etwa 16 Kilometer langer Rundweg, der aus dem Zentrum des Arnsberger Ortsteils Neheim über aussichtsreiche Höhen und durch das Waldmeer des Naturparks Arnsberger Wald zu der namensgebenden Gedenkstätte Himmelpforten führt, einem Mahnmal gegen Krieg und Gewalt, das zwar schon jenseits der Stadt- und Kreisgrenze liegt, aber schicksalhaft mit Neheim verbunden ist.

Wegmarkierung: weißes, gefülltes Dreieck auf schwarzem Grund
Weglänge: 15,7 km
Steigung: 335 m
Gefälle: 335 m
Schwierigkeit:
Gehzeit: 4 bis 4,5 Stunden
Höchster Punkt: 275 m (Arnsberger Wald, Abzweig am Schlotweg)
Tiefster Punkt: 156 m (Neheim, Werler Straße)
Wegbeschaffenheit: überwiegend Wald- und Feldwege, zum Teil asphaltiert
Auf geht's!
Unsere Wanderung beginnt an der verkehrsreichen Kreuzung der L 745 mit der Werler Straße, unmittelbar neben der Anschlussstelle 62 (Neheim) der Autobahn 46. Kostenfreie Parkplätze stehen an der Ackerstraße, Zufahrt von der Werler Straße und von der L 745, zur Verfügung. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Start am besten mit Linienbussen zu erreichen über die Haltestellen Busbahnhof oder St.-Johannes-Kirche, wo das Markierungszeichen, ein weißes Dreieck auf schwarzem Grund, bereits zu finden ist.
Wir folgen diesem Zeichen auf einem Fuß- und Radweg bei der Aral-Tankstelle am Hochhaus neben dem Unterlauf der Möhne in Richtung Osten. Hier ist bei der sogenannten Möhnekatastrophe am 17. Mai 1943 von den Wassermassen alles fortgerissen worden, unter anderem Menschen und Bäume, Brücken und komplette Häuserzeilen. An einer Fußgängerbrücke biegen wir über einige Treppenstufen links ab und gelangen nach wenigen Metern rechts in einen Hohlweg, der uns steil bergauf zur Wiedenbergkapelle bringt. Dieses schon mehr als 150 Jahre alte Kirchlein ist nur gelegentlich für Gottesdienste geöffnet.
Über die Höhen des bis zu 239 Metern hohen Wiedenbergs und den Steilhang des Möhnetals kehren wir schließlich wieder zurück an den Fluss und treten aus dem Wald hinaus auf freies Feld. An der Schafbrücke, einer Fußgängerbrücke gegenüber der großen Wassergewinnungsanlage Möhnebogen, dem größten Wasserwerk der Stadt Arnsberg, und dem Ortsteil Moosfelde erreichen wir die Stadt- und Kreisgrenze, markiert durch einen Schnadestein. Wir verlassen hier das Gebiet der Stadt Arnsberg und des Hochsauerlandkreises und folgen dem Feldweg nach links in die Gemeinde Ense und den Kreis Soest.
Schöne Aussicht auf das Möhnetal
Der Weg steigt nun wieder merklich an. Auf den nächsten 1,7 Kilometern arbeiten wir uns am Höinger Berg rund 100 Meter in die Höhe mit bis zu 9,5 Prozent Steigung. Auf dem halben Weg zur Höhe, direkt am Waldrand, lädt eine Bank zur Rast ein und bietet einen schönen Ausblick auf das Möhnetal und die Kuppen des Arnsberger Waldes gegenüber mit den Arnsberger Ortsteilen Moosfelde und Neheim weiter rechts.
Durch ein Waldstück gelangen wir zum Sportzentrum des Enser Stadtteils Höingen. Geradeaus geht es weiter auf der Schützenstraße bis zu der von links einmündenden Straße Hoppegarten. Hier erreichen wir nach etwa 80 Metern ein Hinweisschild, das uns nach rechts zum Telegrafen weist, dem ehemaligen Standort einer Station der preußischen optischen Telegrafenlinie Berlin – Koblenz. Wir setzen unseren Weg fort, biegen rechts ab auf die Burgstraße, schließlich links auf die Straße Zum Hohlsiepen und nach wenigen Metern rechts auf einen Feldweg, der uns zügig wieder bergab ins Möhnetal bringt. Vorbei an Tennis- und Sportplatz erreichen wir den Parkplatz an der Schützenhalle. Unser Weg führt uns weiter geradeaus zur Bahnhofstraße, der wir ein kurzes Stück nach rechts folgen (Einkehr- und Einkaufmöglichkeiten 100 Meter weiter geradeaus), um dann links in die Poststraße abzubiegen. Auf dieser verkehrsberuhigt ausgebauten Straße erreichen wir wieder die L 745, die hier den Namen Am Riesenberg trägt. Wir folgen ihr ein kurzes Stück nach links und biegen dann schräg rechts auf einen abfallenden Fußweg ab.
Pforte des Himmels ein Tor zur Hölle
Unten angekommen, kreuzen wir die Möhnestraße (Vorsicht beim Überqueren der verkehrsreichen Straße!) und unmittelbar dahinter auf einer kleinen Brücke die Möhne. Das friedlich dahinströmende Flüsschen lässt nicht ahnen, das es an dieser Stelle einst mit apokalyptischer Gewalt die totale Vernichtung verursacht hat. Es ist der Ort des ehemaligen Klosters Himmelpforten (Porta Coeli), eine ausgedehnte Anlage mit Kirche, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, von denen fast nichts mehr vorhanden ist, seit durch Kriegsereignisse entfesselte Wassermassen keinen Stein mehr auf dem anderen gelassen haben.
An der Weggabelung verlassen wir kurz unseren Wanderweg, halten uns links und gelangen links über den Parkplatz zu der auf einigen Fundamentresten der Kirche errichteten Gedenkstätte der Möhnekatastrophe. Bei einem Angriff britischer Bomber auf die wenige Kilometer flussaufwärts gelegene Möhnetalsperre in der Nacht zum 17. Mai 1943 traf eine Bombe die Sperrmauer, so dass sie in der Mitte zerbrach. Aus der Bresche ergossen sich mehr als 100 Millionen Kubikmeter Wasser ins Möhnetal, eine tödliche, anfangs bis zu 12 Meter hohe Welle, die alles, was ihr im Weg stand, mit sich riss. Noch bis tief ins Ruhrgebiet hinein brachte sie Tod und Zerstörung, insgesamt etwa 1500 Menschen verloren ihr Leben, allein in Neheim schätzungsweise 900, die meisten von ihnen in einem Lager auf den Möhnewiesen als Zwangsarbeiter eingesperrte Männer und Frauen. Die Pforte des Himmels verwandelte sich in das Tor zur Hölle.
Auf dem Schlotweg zum höchsten Punkt
Über den Parkplatz kehren wir zurück zu der Weggabelung und folgen nun wieder dem weißen Dreieck nach rechts. Wir kreuzen den Ostbach und steigen bergan auf dem sogenannten Schlotweg. Wenn sich der Wald wieder um uns geschlossen hat, erreichen wir nach etwa 300 Metern eine links des Weges stehende Gedenktafel, die neben einer Sommer- und einer Winterlinde steht und den Standort des ehemaligen Forsthauses Himmelpforten markiert.
Nach einer ausgeprägten S-Kurve haben wir bald die Höhe erreicht und biegen rechts ab. Kurz nach dem Abzweig befinden wir uns auf 275 Metern Höhe, dem höchsten Punkt unseres Wanderweges. Nun senkt sich der Weg wieder. Kurz bevor er links abbiegt, überschreiten wir wieder die Stadt- und Kreisgrenze nach Arnsberg und in den Hochsauerlandkreis. Am Ende des Weges biegen wir rechts ab und gelangen zu einem kleinen Rastplatz am Ufer des Aupkebachs. Geradeaus geht es weiter auf dem Alten Holzweg. Bevor wir wieder aus dem Wald heraustreten, passieren wir die große Anlage des Forstlichen Bildungszentrums, das zum Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen gehört. Etwa 300 Meter weiter, gegenüber der Einmündung der Straße Herbeckeweg, liegt links das Forsthaus Moosfelde, heute Sitz des Forstbetriebsbezirks Himmelpforten.
Zum guten Schluss der Sauerländer Dom
In der Senke überqueren wir den Herbeckebachbach und erreichen wieder das Wohngebiet. Weiter geht es auf dem Alten Holzweg geradeaus, vorbei an dem alten, bereits aufgegebenen Möhnefriedhof (rechts, mit dem Baudenkmal Theodorus-Kapelle und der Gedenkstätte für die Opfer der Möhnekatastrophe), über den Kreisverkehr an der Graf-Gottfried-Straße, vorbei an der katholischen Pfarrkirche St. Michael und über den nach dem verstorbenen Geistlichen Leo Reiners benannten Rondellplatz bis in die Karlstraße, der wir folgen bis ins Herz des Stadtteils Neheim, des bevölkerungsreichsten Ortsteils und wirtschaftlichen Zentrums der Stadt Arnsberg.
Nach einem Parkplatz biegen wir rechts ab in die Apothekerstraße (zur Fußgängerzone noch 50 Meter geradeaus) und gelangen nach 300 Metern am Neheimer Markt zu der das Ortsbild beherrschenden katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist, die auch Sauerländer Dom genannt wird. Zwischen einem Juweliergeschäft und einer Gaststätte führt unser Weg rechts hinunter zur Schobbostraße. Nach links um das Parkhaus herum und über die Straßenkreuzung nach rechts erreichen wir nach 150 Metern die Möhnebrücke und links dahinter den Parkplatz, den Ausgangspunkt unserer Wanderung auf dem Himmelpfortenrundweg.